Fundulopanchax oeseri
(SCHMIDT, 1928)
Untergattung Paraphyosemion, Artengruppe Fp. oeseri
Die Arten um Fp. oeseri wurden in früheren Jahren der Untergattung
Mesoaphyosemion RADDA, 1977 zugeordnet. Erst in jüngerer
Vergangenheit wurde diese Gruppe zu
Fundulopanchax (Murphy & Collier, 1999) gestellt. Radda (1975) weist
schon auf die Verbindung zu Fp. gardneri hin.
Wird die Morphologie dieser Gruppe beachtet, kann auch die
Zugehörigkeit zu Fundulopanchax angezweifelt werden. Eher scheint die
Gruppe um Fp. oeseri eine eigene Einheit zu bilden.
Bereits 1928 beschrieb Schmidt Fp. oeseri dessen Vorkommen endemisch
auf der Kamerun vorgelagerten und zu Equatorial Guina gehörenden Insel
Bioko (ehemals Fernando Poo) liegt. Als Terra typica ist nur, wie damals
üblich, Westafrika angegeben.
1968 beschrieb Scheel Aphyosemion santaisabellae von Fernando Poo.
Namengebend war Santa Isabelle (heute Malabo) die Hauptstadt von
Fernando Poo (Bioko). Als Terra typica gibt er einen kleinen Sumpf im Wald
westlich von Santa Isabelle an.
Die Identität von Fp. oeseri hat einige Diskusionen ausgelöst. Während die
meisten Autoren den Namen A. oeseri akzeptierten dachte Scheel (1990)
an zwei Spezies, zum einen an A. santaisabellae santaisabellae von Fernando
Poo und an A. santaisabellae marmoratum vom Festland. Dies begründet er
mit der großen Übereinstimmug der Karyotypen von
Fp. oeseri und Fp. marmoratus.
Fp. oeseri
Im März 1973 schlägt Roloff, in zwei Arbeiten, die Synonymie von
A. santaisabellae zu A. oeseri vor. Frau Dr. Trewavas vom
British Museum of Natural History in London schloss sich dieser Meinung an.
Außerdem glaubte sie 1972 das Vorkommen von Fp. oeseri in der Umgebung
von Kumba festgestellt zuhaben. Dr. Radda hat bei mehreren Sammelreisen
die verschiedensten Bäche in der näheren und weiteren Umgebung von
Kumba untersucht, jedoch niemals Fp. oeseri ähnliche Fische gefunden.
Nach Radda (1973) kommt Fp. oeseri nicht in dem genannten Gebiet vor.
Er nimmt an, dass Trewavas Fp. oeseri mit Formen der
A. calliurum - Gruppe verwechselt hat. Auch in den späteren Jahren
wurden in der Umgebung von Kumba keine Fp. oeseri ähnlichen Fische
gefunden. Bemerkenswert ist ein Biotop bei Mundemba, in dem zwei
Phänotypen syntop gefunden werden (siehe Fp. marmoratus).
Haltung und Zucht gestalten sich wie bei Fp. gardneri.